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Winterhalder & Hofmeier M. Uhrenfabrik Friedenweiler, Schwärzenbach, Neustadt
Nikolaus Winterhalder (1710-1743) begann wohl als erster in der Familie, Schwarzwälder Uhren mit Holzrädern und Trieben sowie Steingewichten herzustellen. Ein Enkel, Thomas Winterhalder, gründete 1810 die Winterhalder-Uhrenfabrik und zog 1816 mit seinen Söhnen Matthäus, Karl und Thomas nach Friedenweiler. Das Geschäft des Vaters in dem vom Kloster erworbenen sog. "Alten Haus" übernahm 1830 der Sohn Matthäus (1799-1863). Das Unternehmen florierte gut und ca.1850 schloß er sich mit Verwandten aus Schwärzenbach, » Johannes Hofmeier (1802-1876), Besitzer einer eigenen Uhrenwerkstätte, zusammen. Aus dieser Zeit stammen auch die älteste mit W & H Sch (Winterhalder & Hofmeier, Schwärzenbach) signierten Uhren. Anfänglich wurden die Uhren in einer Krätze auf dem Rücken in die Fremde getragen. Johannes Hofmeier ging allein dreizehnmal zusammen mit seinem Bruder Martin zu Fuß bis zum Ärmelkanal, ließ sich dort übersetzen und rief seine Uhren in der Oxfordstreet in London zum Kauf aus. Später übernahm eine Spedition den Versand von Tisch- und Standuhren, die sich in England großer Beliebtheit erfreuten. 1869 gründeten als persönlich haftende Gesellschafter Anton, Karl, Thomas und Johannes Winterhalder eine OHG mit dem Firmennamen: M. Winterhalder & Hofmeier, Freidenweiler und Schwärzenbach mit dem Sitz in Neustadt. Am 19.12.1908 erfolgte die Umwandlung von den Söhnen der Gesellschafter in eine GmbH.Vor dem 1. Weltkrieg belieferte die Firma W & H bereits neben europäischen Ländern, Amerika, Rußland, Japan, China usw. 1908 wurden zusammen mit den Heimarbeitern ca. 800 Mitarbeiter beschäftigt; der Umsatz betrug ca. 1 Million Mark. 1914 mußte aufgrund des Kriegsausbruchs, auf die Herstellung von Granat-Zündern umgestellt werden, doch schon 1919 konnte das Exportgeschäft wieder aufgenommen werden. Mit der Weltwirtschaftskrise verteuerten sich die Exporte erheblich. Durch den Zusammenbruch der Börse in den USA ging das Kapital der Außenstände verloren und die Firma geriet in große finanzielle Schwierigkeiten. Der Versuch der "religiösen Winterhalder-Familie", unter den Nationalsozialisten Bankkredite aufzunehmen, scheiterte. Nach dem Tode Linus Winterhalders (+1932) erfolgte ein Jahr darauf die Löschung im Handelsregister. Obschon Grundstücke und Gebäude genügend Sicherheiten boten, entschied sich die Stadt Neustadt gegen die Erhaltung der Industrie zugunsten des Fremdenverkehrsaufbaus.